Der sechste Jahrgang Mene Tekel ist unter dem Motto „Die Armee und die Totalität“, nach guter Zusammenarbeit in den Vorjahren, wurde neuerdings das Militärische Historische Institut in Prag angesprochen. Seine fachmännischen Arbeitskräfte erfaßten im Projekt zweier Generationen für die Ausstellung im Karolinum der Karls-Universität eine außergewöhnliche Ausstellung unter der Bezeichnung „Wege zur Freiheit“ „Persekution Angehöriger der tschechoslovakischen Armee nach dem Februar 1948“. Die Autoren sind Ivo Pejčoch, Prokop Tomek, die Fotografien stammen aus dem Militärischen Historischen Institut Prag, aus dem Sicherheitsarchiv und aus dem Nationalarchiv.
Die tschechoslovakische Armee blieb nach Februar 1948 außerhalb der Politik. Bis dahin ist es der kommunistischen Partei nicht gelungen in diesem grundsätzlichen machthabenden Korps eine entscheidende Position zu gewinnen. Darum war die Partei ab Februar 1948 bestrebt gewesen, grundsätzliche Personaländerungen vorzunehmen, damit die Armee der Partei unterliegt. Erst nach Entlassungen zur Reserve, kam es nach einigen Monaten meistens zu Provokationen, Verhaftungen, Prozessen und Hinrichtungen. Im Mittelpunkt des Mißtrauens waren Soldaten, die im zweiten Weltkrieg an der Westfront kämpften. Die tschechoslovakische westliche Armee wurde als Bourgeoisie klassifiziert, um im Lande die Freiheit zu sichern und Vorkriegsverhältnisse zu erneuern.
Die Ausstellung unter der Schirmherrschaft des Verteidigungsministers der ČR Alexander Vondra, veranstaltet vom Militärischen Historischen Institut in Prag und von Mene Tekel, zeigt Beispiele von Schicksalen verfolgter Soldaten, die oftmals an beiden Fronten kämpften, im Westen und im Osten. Rund fünfzig aktive Soldaten, aber auch aus den Reihen der Mannschaft, wurden hingerichtet. Weitere starben bei der Festnahme oder starben während der Verhöre. Andere starben aus anderen Gründen während der Haft oder nach der Haft.
Redakce: MK