Am Freitag, dem 24. Februar um 20.00 Uhr, findet im Projektionssaal des nationalen Filmarchivs, im Kino Ponrepo, Praha 1, Bartolomějská 11, der Tag Österreich statt.
Das Programm ist der Historikerin und Regisseurin Anita Lackenberger /geb. 1961/ gewidmet, einer anerkannten europäischen investigativen Persönlichkeit, die sich vor allem mit politischen Verfolgungen befaßt. Die Autorin und ihr Mitarbeiter, Kameramann Gustav Mader, präsentieren den Film /Ztracený život — ženy v sovětském gulagu — Das verlorene Leben — Frauen im sowjetischen Gulag“. Die suggestive Zeugenschaft wurde direkt an Ort und Stelle der Gulags gedreht, heute ist es das Museum Perm 36 — der einzige Erinnerungsort politischer Represalien in der früheren Sowjetunion.
Nach dem Bürgerkrieg in Österreich, wanderten Frauen aus Österreich in die SSSR aus, das war in den zwanziger und dreißiger Jahren des 20. Jahrhunderts. Es waren besonders überzeugte Kommunistinnen oder Ehefrauen österreichischer Kommunisten. Im Jahre 1937 waren sie von der großen stalinistischen Razzia betroffen und wurden in Arbeitslager — Gulags — geschickt. Der Rest der österreichischen Frauen , die in der SSSR lebten, kamen in Gulags nach dem Überfall der Sowjetunion im Jahre 1941. Ein extra Kapitel bildet die Nachkriegszeit Österreichs, die Teilung in einzelne Okupationsgebiete. In der sowjetischen Okupationszone wurden Frauen ohne Gerichtsverhandlung hingerichtet, vertrieben und verschleppt in die SSSR, wo sie als „lebendige Kriegsreparation“ zu Zwangsarbeiten im Gulag dienten. Viele sind nie wieder nachhause gekommen — sind in unvorstellbaren Bedingungen weit von daheim, verstorben.
Die Historikerin und Regisseurin Anita Lackenberger zeigt ihren neuesten Film „Die Herrscherin der Wüste“ Totalität im jetzigen Afrika, daraus erkennt man, daß Diktaturen nicht nur in der Vergangenheit waren.
Die Nation Saharawi ist nur ein kleiner Spielball auf dem Szenar der unbarmherzigen „großen Politik“. Das Interesse der Weltöffentlichkeit und der Medien an dem Schicksal der Nation Saharawi, an ihren blutigen Kämpfen für Recht auf Heimat, geht langsam verloren. Die jahrelange hoffnungslose Situation verschiedener Interessenten am Konflikt, droht die Nation Saharawi zu erschöpfen.
Wer sind eigentlich Saharawi? Eine vergessene Nation, besonders Frauen und Kinder die in der Wüste leben — im Niemandsland, trotz aller Schicksalschläge mit viel Kraft zum Überleben, bei der ständigen Suche neuer Formen den Alltag zu meistern. Dabei verlieren sie aber nicht den großen Lebenstraum von einem eigenen Land — Heimat. Die Wege zur Annäherung dieser Träume — des Zieles der einzelnen Protagonistinnen des Filmes, sind verschieden, so wie ihre einzelnen Schicksale sind. Viele von ihnen — besonders die Älteren- erlebten die Schrecken des Krieges um Unabhängigkeit, am eigenen Leibe. Sie wurden verbrannt, gefoltert, vergewaltigt. Trotz aller dieser Grauentaten übergeben sie ihre Erfahrungen, die Kultur ihrer Ahnen und ihren Willen — den Willen zu überleben, der neuen Generation Saharawi. Während ihre Männer in aller Welt politische und finanzielle Hilfe suchen, versuchen die Frauen das Leben im Flüchtlingslager zu meistern — ein Leben voller Not. Und trotz allem überleben sie schon über dreißig Jahre, meistern den Alltag, der in allen Vorstellungen gefährlich ist, verlieren ihre Hoffnung nicht, doch einmal nachhause zurück zu kommen.
Redakce: MK